David Hachfeld: Spekulanten in die Schranken I

Mit Essen spielt man nicht

Die Preise auf den Märkten für Nahrungsmittel sind in jüngster Zeit extrem hohen Schwankungen unterworfen. Während der Verbraucher im Norden in der Regel wenig von dieser Entwicklung mitbekommt, sind die Menschen im globalen Süden im Besonderen hiervon betroffen. Ein Grund dafür ist, dass sie einen vergleichsweise größeren Anteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben müssen. Im Vergleich zu den Menschen im globalen Norden decken sie ihre Grundversorgung stärker über den Einkauf von Rohstoffen wie Mehl, anstatt bereits weiterverarbeitete Produkte wie Brot zu kaufen. Da bei weiterverarbeiteten Produkten der Großteil des Preises durch Arbeitskosten zustande kommt, die von den Entwicklungen auf den Nahrungsmittelmärkten nicht berührt werden, ist ihr Preis geringeren Schwankungen ausgesetzt.

David Hachfeld und Markus Henn von den Entwicklungsorganisationen Oxfam und WEED gehen im Rahmen ihrer Veranstaltung „Spekulanten in die Schranken -- Mit Essen spielt man nicht" den Ursachen der extremen Preisschwankungen auf Nahrungsmittelmärkten auf den Grund. Aus ihrer Sicht tragen Spekulanten den Großteil der Verantwortung für diese Entwicklung. Hachfeld und Henn stellen wichtige Akteure des Marktgeschehens vor und diskutieren Vorschläge, wie dem Problem schwankender Preise entgegengewirkt werden könnte.


Im ersten Teil der Vortragsreihe behandelt David Hachfeld die unterschiedlichen Faktoren von Preisschwankungen. Denn: Preisschwankungen sind zunächst einmal nichts Ungewöhnliches und können nicht allein auf die Existenz von Spekulanten zurückgeführt werden. Mittel- und langfristig entstehen Preisschwankungen durch das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage, Verbrauch und Produktion. Schrumpfende Lagerbestände, die lange Zeit die Preisentwicklung abfedern konnten, der Klimawandel und die Einführung von Bio-Sprit sind zweifelsohne am Anstieg der Nahrungsmittelpreise beteiligt.  

Dennoch: Die kurzfristigen Preisschwankungen der vergangenen Jahre können damit, laut Hachfeld, nicht hinreichend erklärt werden. Bestimmte Formen der Finanzspekulation auf den Nahrungsmittelmärkten seien vielmehr der entscheidende Zusatzfaktor, der für die extremen Schwankungen verantwortlich zu machen sei.

Doch warum gibt es überhaupt Spekulation? Hachfeld erläutert die Funktionslogik von sogenannten Termingeschäften aus Sicht der liberalen Theorie. Diese schreibt den Futures eine Absicherungsfunktion für alle Markteilnehmer zu, seien es Produzenten oder Abnehmer von Nahrungsmitteln.

Weiterführende Links:

http://www.attac.de/startseite/
http://www.oxfam.de/
http://www.weed-online.org/themen/finanzen/nahrungsmittelspekulation/index.html - F&A-Paper zum Thema Nahrungsmittelspekulation

Weitere Infos bei WEED: http://www.weed-online.org/

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