David Hachfeld: Spekulanten in die Schranken III

Mit Essen spielt man nicht

Die Preise auf den Märkten für Nahrungsmittel sind in jüngster Zeit extrem hohen Schwankungen unterworfen. Während der Verbraucher im Norden in der Regel wenig von dieser Entwicklung mitbekommt, sind die Menschen im globalen Süden im Besonderen hiervon betroffen. Ein Grund ist, dass sie einen vergleichsweise größeren Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben. Auch decken sie ihre Grundversorgung stärker als die Menschen im Norden über den Einkauf von Rohstoffen wie Mehl, anstatt bereits weiterverarbeitete Produkte wie Brot zu kaufen. Bei letzterem kommt der der Großteil des Preises durch Arbeitskosten zustande, die von den Entwicklungen auf den Nahrungsmittelmärkten nicht berührt werden.  

David Hachfeld und Markus Henn von den Entwicklungsorganisation Oxfam und WEED gehen im Rahmen ihrer Veranstaltung „Spekulanten in die Schranken -- Mit Essen spielt man nicht" den Ursachen der extremen Preisschwankungen auf Nahrungsmittelmärkten auf den Grund. Aus ihrer Sicht tragen Spekulanten den Großteil der Verantwortung für diese Entwicklung. Hachfeld und Henn stellen wichtige Akteure des Marktgeschehens vor und diskutieren Vorschläge, wie dem Problem schwankender Preise entgegengewirkt werden könnte.


In Teil 2 der Reihe nimmt Markus Henn zwei entscheidende Akteure für Finanzspekulation auf Terminmärkten in den Blick: Banken und Index-Fonds. Wie funktionieren diese Fonds? Auf welche Weise versuchen die Banken die Geld-Versprechen an ihre Anleger zu erfüllen? Warum müssen Banken solche Futures kaufen, die auf steigende Preise „wetten" von Nahrungsmitteln wetten?

Henn verweist darüber hinaus auf die zunehmende Bedeutung von Spekulation auf den Terminmärkten. So waren etwa 1998 auf dem Weizenmarkt physiche Absicherer, also Käufer und Verkäufer von Nahrungsmitteln, noch an 77% der Geschäfte beteiligt gegenüber 16% bei klassischen Spekulanten und 7% bei Indexspekulanten. Demgegenüber wurden 2008 bereits 41% der Geschäfte von Indexspekulanten und 31% von klassischen Spekulanten abgeschlossen, während der Anteil der physischen Absicherer gerade noch 28% betrug. Diese Zahlen machen deutlich, dass Spekulation eine immer größer werdende Rolle auf Terminmärkten für Lebensmittel einnimmt.

Weiterführende Links:
http://www.attac.de/startseite/
http://www.oxfam.de/
http://www.weed-online.org/themen/finanzen/nahrungsmittelspekulation/index.html - F&A-Paper zum Thema Nahrungsmittelspekulation

Weitere Infos bei WEED: http://www.weed-online.org/

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