Heiner Flassbeck: Gestalten statt Spekulieren

Soziale Marktwirtschaft im Griff der Finanzmärkte

Die grassierende Spekulation auf den Finanzmärkten war der entscheidende Auslöser für die globale Finanz- und Wirtschaftskrise die im Jahr 2008 mit der Pleite der Investmentbank Lehmann Brothers ihren Ausgang nahm. Die Debatte um eine Notwendigkeit der Regulierung der Finanzmärkte hält seitdem an.

Heiner Flassbeck (Chefsvolkswirt der Welthandels- und Entwicklungskonferenz), bis 2012 Chef-Volkswirt bei der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf, erklärt die grundlegenden Gefahren, die von Finanzmarktspekulationen ausgehen. Ein Grundirrtum liegt für ihn in der Vorstellung, dass durch Spekulation Werte geschaffen werden könnten. Das „Zocken" schaffe einzig die kurzfristige Illusion von Werten dadurch, dass die Anleger wie eine Herde die gleichen Produkte kauften, wodurch deren Preis zunächst steigt -- bis die Blase platzt.

Für besonders gefährlich hält Flassbeck Spekulation auf Rohstoffmärkten und mit Währungen. Die Rendite könne hier nur darin bestehen, dass der Preis steigt, während mit dem Gegenstand der Spekulation selbst, etwa Weizen, gar keine Renditeerwartungen verknüpft sein können. Die Folgen dieser Art von Spekulation können dagegen verherrend sein, was bis hin zu Hunger in Ländern führen kann, bei denen die Lebensgrundlagen der Bewohner durch massive Preisschwankungen auf Rohstoffmärkten bedroht sind.

Eine Lösung dieses Problems sieht Flassbeck darin, dass man Spekulation, zumindest auf bestimmten Märkten, wie etwa denen für Rohstoffe, in Gänze verbietet.


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http://www.kirchentag.de

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