Was bedeutet der Klimawandel für das südliche Afrika?

Veranstaltung: Klimawandel. Was bedeutet das für das südliche Afrika?
Ort: Evangelische Akademie Loccum
Datum: 10.-11. Oktober 2014

Vortrag von Prof. Dr. Hermann Lotze-Campen (Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK))

Hermann Lotze-Campen erläutert in seinem Vortrag die Folgen des menschengemachten Klimawandels für die tropischen Regionen Afrikas und präsentiert Vorschläge, wie Politik und Entwicklungszusammenarbeit auf die damit verbundenen Herausforderungen reagieren können.

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC) stellt in seinem fünften Sachstandsbericht fest, dass die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre weiter zunimmt. Die globale Mitteltemperatur steigt an. Wichtigste Ursachen sind die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle und Erdöl sowie die tropische Entwaldung. Für die Forscher steht damit fest: Der Klimawandel kann ohne menschliche Einflüsse nicht erklärt werden.

Lotze-Campen zeigt auf, dass die Ursachen und Folgen des Klimawandels global ungerecht verteilt sind. Die Länder des Nordens haben seit Beginn der Industrialisierung ihren Reichtum vor allem auf der Verbrennung fossiler Energieträger gegründet und sind damit für den Großteil der CO2 Emissionen verantwortlich. Demgegenüber sind die die Länder des globalen Südens von den Folgen des Klimawandels besonders stark betroffen. So prognostizieren die Modelle aus der Klimafolgenforschung vor allem in den tropischen Regionen starke Ernteeinbußen und Wasserknappheit.

Lotze-Campen stellt in seinem Vortrag Möglichkeiten zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels für die besonders stark betroffenen Länder vor. Dabei geht er im Besonderen auf das Management von Klimarisiken in der Landwirtschaft und der Wasserversorgung ein. Seine Vorschläge reichen von technologischen Lösungen (etwa die Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Produktionsweise), über Versicherungsmodelle zur Minimierung von Risiken für die betroffenen Landwirte (z.B. Ernteversicherungen), bis hin zu institutionellen Lösungen (wie etwa der Öffnung internationaler Handelsbeziehungen).

Zum Abschluss seines Vortrags präsentiert Lotze-Campen einen „Global Deal für Klima und Entwicklung“, der die folgenden Maßnahme und Ziel umfasst:
1: Begrenzung und Handel von Emissionen (vor allem im globalen Norden)
2: Nachhaltige Waldnutzung (vor allem in den tropischen Regionen)
3: Entwicklung und Förderung klimafreundlicher Technologien
4: Anpassung (z.B. durch technologische Entwicklungen in der Landwirtschaft)
5: Entwicklungspolitik

weiterführende Links:
https://www.pik-potsdam.de/research/climate-impacts-and-vulnerabilities
http://www.ipcc-wg2.org IPCC-Report, auf den der Vortrag Bezug nimmt
http://www.global-aber-gerecht.de (Buch von Lotze-Campen et al. Zum Thema)
http://pik-potsdam.de/cigrasp-2  (Infoportal Klimafolgen in Afrika)

www.loccum.de
www.inisa.de

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Produziert mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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